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Meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland,

dieser Blog ist all jenen unbekannten und begeisterten Fußballfans gewidmet, welche in unerschütterlichem Glauben an ihren Verein alles geben. Sie füllen die Stadien unserer wiedervereinigten Republik mit Tatendrang und Energie, mit Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. Diese positiven Eigenschaften zeichnen diese großartige Minderheit in unserem Lande aus, ihnen gebührt Anerkennung und Respekt. Vor Hochachtung verneigen wir uns vor jenen Vielfahrern, welche Woche für Woche unsere Straßen und Bahnen benutzen und so einen wertvollen Beitrag zu deren Erhalt leisten. Drum halten wir es mit dem weisen Spruch: "Mattscheibe ist out, ins Stadion geht`s in !". RaMü - Fußballsupport since 1959.

Samstag, 19. Februar 2011

Überall Rote !!!





Bilder: Stadion, Polizei und Spieler nach dem Schlusspfiff.

Hallo Blogger,
Teil 1: Fußball, Spiel & Support!

In Lissabon gibt es die Roten und die Grünen, also Benfica und Sporting. Da der VfB bekanntlich gegen Benfica gespielt hat, wollten wir das Stadion der Grünen noch vorher ansehen. Es heißt Estadio Alvalade und liegt an der Metrostation Campo Grande. Groß ist es ja, und fürchterlich modern. Von der Metro sind es nur 500 Meter und man steht vor einem LIDL-Supermarkt. Wie alle neuen Arenen hat man Kinos, Läden usw. integriert; man möchte die Leute auch außerhalb des Spieltages zum Stadion locken. Ein Kartencenter und der obligatorische Fanshop vervollständigen das Bild. Da die Fahrt mit der Metro zu umständlich geworden wäre, es gibt quasi keine Querverbindung zu Benfica, nahmen wir ein Taxi. Normalerweise braucht man nur zehn Minuten, aber diesmal war Stau. Verzweifelt schaut man auf die Uhr, die Zeit und der Eurozähler rinnen unbarmherzig. Irgendwann endlich die Abfahrt, wir zahlen und steigen aus. Zu Fuß ist man schneller und quer geht es durch die hässlichen Wohnblöcke des Stadtteils Luza. Schnell noch um eine Baustelle und dann wird man abrupt gestoppt; mit der Superflashdigitalkamera meines Gefährten geht es nicht in den nunmehr roten Ground. Eine halbe Stunde kostete uns die Aktion. Wir umrundeten fast das gesamte Stadion sowie einen Mediamarkt,kommt uns schon bekannt vor, und müssen die Kamera gegen einen Gutschein deponieren. Die Kontrollen vor dem Eingang waren zügig, wir waren die einzigen Besucher. Schließlich lief das Spiel schon vier Minuten, als wir zumindest im Gästeblock ankamen. Zuerst sah man von hinten nur schwarz, anscheinend verwechselte man Stuttgartfans mit arabischen Konterrevolutionären. Helm, Schild, Beinscharniere, kugelsichere Westen und mehrere Gewehre mit Aufsätzen zum Abfeuern von Gasgranaten stellten die Ausrüstung der Polizei. So stellten wir uns kurzerhand in den Gang des Blockes, Hauptsache drin. Das Stadion war gut gefüllt, aber bei weitem nicht ausverkauft. Die Anfeuerung der Heimfans war höchstens Durchschnitt, unsere Gesänge gingen vermutlich im Stadion unter. Da die Roten aus Stuttgart in ihren dunkelbraunen Trikots überraschend gut spielten, war das Stadion etwas überrascht und die Führung durch Harnik schockte schlichtweg. Nur bei den mehr als plumpen Showeinlagen der Benficastürmer kam Stimmung auf, man versuchte mit allen Mitteln, einen Elfer zu schinden. Die VfB-Fans waren auf zwei Blöcke verteilt und hatten ein Problem, Technik war nicht erlaubt. So musste man, wie früher in der guten alten Zeit, mit Sprechchören den gesamten Block mitreißen. Commando Cannstatt wurde dabei mehrmals von der oberen Hälfte, die alten Säcke spielten hier ihre Routine aus, übertönt und stimmte dann sogar ein. "Forza, Forza" klingt auf portugisisch allerdings wesentlich besser als auf schwäbisch. Mit dem Ausgleich und der Führung von Benfica wurde es zwar lauter im Rund, aber so richtig ging die Post nie ab. Mit dem Schlußpfiff bedankten sich einzelne Spieler beim Support und dann hieß es, die obligatorische halbe Stunde warten. Erst jetzt durfte man das Stadion verlassen und die rund 1250 Fans aus Stuttgart verstreuten sich in alle Richtungen. Die meisten Schwaben zog es natürlich in Richtung Innenstadt. Die touristischen Aspekte behandle ich deshalb im nächsten Post.
RaMü

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